Vollgummireifen: unschlagbar für Spezialfahrzeuge

Autos mit modernen und leistungsfähigen Motoren wären ohne die entsprechende Bereifung nicht denkbar. Erst seitdem Michelin einen Luftreifen mit Schlauch erfunden hatte, können Autos hohe Geschwindigkeiten erreichen. Reifen, die komplett aus Gummi hergestellt wurden, haben sich als zu unpraktisch für den Straßenverkehr erwiesen. Einerseits sind diese Reifen relativ schwer, zum anderen besitzen sie einen relativ hohen Reibungswiderstand und eine schlechte Federung. Diesen Nachteil wiegen die Reifen mit einem gewichtigen Vorteil auf: Sie glänzen mit einer sehr hohen Tragfähigkeit. Deshalb sind sie für Spezialfahrzeuge in Logistikzentren wie Hubwagen, Seitstapler oder Gabelstapler die gängige Bereifung. Die Montage von Vollgummireifen sollte allerdings von Experten durchgeführt werden.

Gabelstapler
Eine kurze Geschichte der Reifenherstellung

Bis in die 1840er Jahre hinein wurden die Räder für Fuhrwerke entweder komplett aus Metall oder aus Holz mit einem Beschlag aus Metall hergestellt. Erst nachdem Charles Goodyear entdeckt hatte, wie Gummi vulkanisiert werden kann, und 1844 ein entsprechendes Patent anmeldete, setzte ein wahrer Quantensprung in der Entwicklung der Reifen ein. Bei der Vulkanisation handelt es sich um ein Verfahren, bei welchem Kautschuk widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse und Beanspruchungen widerstandsfähiger gemacht wird. Dazu wird der Kautschuk mit Schwefel und verschiedenen Katalysatoren gemischt und erhitzt. Im vulkanisierten Zustand ist der Gummi dauerhaft elastisch, besitzt eine höhere Reißfestigkeit und ist widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen.

Ein Jahr nach dieser Erfindung wurde der erste Gummireifen für Fahrräder entwickelt, der sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Einen weiteren Meilenstein erreichte John Dunlop 1888, der einen relativ einfachen Luftreifen für Fahrräder erfand. Nachdem die ersten Reifen mit einem Schlauch als Innenleben zur Verfügung stand, setzte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine genormte Reifengröße durch, die einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Massenproduktion von Autos darstellte. Den ersten Profilreifen bot schließlich 1904 der Hersteller Continental an.

Reifenwechsel

Gefloppte Erfindungen begründen Weltmarken

Auch wenn die ersten Ideen der Erfinder gefloppt waren, legten sie mit ihrer Arbeit doch den Grundstein für erfolgreiche Unternehmen. Denn bis heute zählen die Hersteller Dunlop, Continental, Michelin und Goodyear zu den bekanntesten Reifenmarken weltweit. Und bis heute setzen sie immer wieder neue Maßstäbe. So stellte Continental beispielsweise im Mai 2011 den SC20-Vollgummireifen für den industriellen Einsatz vor. Dieses Modell überzeugt mit einer längeren Laufleistung und einem Rollwiderstand, der fast um ein Drittel unter den Werten vergleichbarer Reifen liegt. Im alltäglichen Einsatz bringt das dem Logistikunternehmen ein erhebliches Einsparungspotenzial: Sowohl Energiebedarf als auch CO2-Emissionen des Staplers sind niedriger als beim Vorgänger-Reifen, dem SC15.

Bildquelle: Charlie Bär (Bild 1, Gabelstapler), GTÜ (Bild 2, Reifenwechsel) / pixelio.de




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